GiL-Revue begeistert - Darsteller glänzenBeeindruckend professionell war die ausverkaufte Premiere der Brecht-Revue Von Alabama bis Bilbao, eine Produktion der Oper am GiL in Zusammenarbeit mit den Ruhrfestspielen und der AV. In den Maschinenübungsräumen der AV Songs von Kurt Weill und Hanns Eisler aufzuführen, war ein hervorragender Einfall: Das düstere Industrieambiente paßte perfekt zu den spröden Kompositionen. Die abwechslungsreiche Songfolge wurde raffiniert durch eine Rahmenhandlung verbunden: Der verkannte Regisseur Anathol, toll dargestellt von Helge Salnikau, bekam für sein Film-Projekt von den Kulturbürokraten eine so geringe finanzielle Unterstützung, daß er sich die Miete für das Theater nicht mehr leisten konnte - ein aktuelles Thema. Ebenso hintergründig die Texte der Songs: Da fordern Unterdrückte ihren Anteil Brot, und das Soldatenweib wird zur Witwe.
Weitere Glanzlichter der Oper sind immer wieder Lukas Berger, der urkomisch den Verklemmten in der Warteschlange vor dem Rotlicht-Etablissement mimt, und natürlich die zu recht gefeierte Katrin Block. Rapper und AV-Azubi DJ Thoms-Sayongo sorgte mit seiner Rap-Version des Song of Mandelay für Stimmung. Sakrale Effekte läßt der Backstage-Chor entstehen, der mit dem Orchester und dem musikalischen Leiter der Oper, Gerd Beckmann, in einem Seitenschacht untergebracht ist. Eine mitreißende Revue in stimmungsvollem Ambiente. Schwungvoll präsentiert sich die neue Ausgabe der Oper am GiL in den Maschinenübungsräumen der AV
WAZ, 16.03.99, nie |