"Anatevka" :

 

"Anatevka" ganz großartig

80 Schüler aus Marl in der Musikakademie

I.
Und jetzt war wieder die von Professor Dr. Karl Heinrich Ehrenforth geleitete Abteilung Schulmusik der Detmolder Musikhochschule für eine großartige Überraschung gut. Etwas "Besonderes" wurde im Rahmen der Workshopreihe ausgeguckt, die sich an Schulen in Lippe wendet. 80 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums im Loekamp Marl gastierten mit dem Musical "Anatevka" von Jerry Bock. Erfreulich rege wurde das Angebot angenommen. Die Neue Aula war voll besetzt mit Schülern der Klassen neun bis zwölf aus Haupt-, Realschulen und Gymnasien in Detmold, Blomberg, Extertal und Lage.

II.
Hut ab. 80 Schülerinnen und Schüler und Ehemalige, die jetzt an den Musikhochschulen in Detmold und Hannover studieren, balancierten in einer einfachen, aber Atmosphäre stiftenden Dekoration Heiterkeit und Ernst der kurz vor der Revolution 1905 in einer kleinen jüdischen Gemeinde in der Ukraine spielenden Handlung famos aus. Die turbulente Festszene mit den russischen Soldaten geriet nahezu profihaft. Intensive Spiellust bis zur letzten Minute.

III.
Sensationell geradezu das Orchester. Jede Minute schallplattenreif. Ise Schönberg dirigierte im Orchestergraben - ja, prima, daß die Neue Aula einen großen Graben hergibt - gleichsam mit Bernstein-Detailenergie.

IV.
Den Ansprüchen an schauspielerischer Vielfältigkeit genügt die Inszenierung vollauf. Überdies gab es schöne stimmliche Leistungen. Allen voran Markus Krause als Milchmann Tevje. Seit zwei Jahren studiert der ehemalige Marler Gymnasiast an der Detmolder Hochschule das Fach Schulmusik, dazu Gesang bei dem Dozenten Waldemar Hölzer. Krause warf eine angenehm metallische Baritonstimme in die Waagschale, belegte eindrucksvoll, wie die vollgültige Gestaltung der männlichen Hauptrolle davon profitiert, wenn sie von einem "richtigen" Sänger übernommen wird.

Dr. H. Wi.

28.05.1986


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