Ankündugung der "GODSPELL"-Premiere in der Marl Aktuell

Gymnasiasten fetzen über die Theaterbühne

Wenn sich Samstagabend im Theater Marl der Vorhang hebt, wird das Lampenfieber der Musical AG am Gymnasium im Loekamp seinen Höhepunkt erreicht haben

(JM) In diesem Jahr zeigen die Schülerinnen und Schüler auf den Brettem, die die Weft bedeuten, ein religiöses Stück: "Godspell". Kritisch unter die Lupe genommen wird das 80-köpfige Ensemble dabei von einer Gruppe luxemburgischer Gymnasiasten (Foto). Auch sie haben das Musical schon aufgeführt und sind extra zur Premiere angereist. Über das Intemet hat der Leiter der Musical AG, Gerd Beckmann, die ersten Kontakte zu den Luxemburgem mit ihrem Lehrer Jean Schumacher geknüpft. Schnell war klar, dass die Chemie zwischen ihnen stimmte.

Beide Musiklehrer sind vom Stück "Godspell" begeistert. "Es werden die letzten Tage im Leben Jesu gespielt. Aber auf eine so fetzige Art und Weise, dass meine Musical AG sofort in den Bann gezogen wurde", so Gerd Beckmann. Er hat die Erfahrung gemacht, dass Religion und Esotherik bei den Schülem gefragt ist. "Es geht nicht darum, dass sie jeden Sonntag in die Kirche rennen wollen, aber Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach moralischen Werten liegen auf ihrer Wellenlänge." In"Godspell" verbreiten die 12 bis 18 -jähdgen die Botschaft, dass Jesus in jedem von ihnen stecken kann, um Lebensfreude zu verbreden. Sie bedienen sich eines Tricks von Profi-Regisseur Michael Seewald. Er hat Ihnen vorgeschlagen, wechselnde Schüler in die Rolle Jesu schlüpfen zu lassen: jeweils in strahlend weißen Kostümen. "Solche Ideen kommen bei jedem Musical, das wir aufführen, von einem Profi-Regisseur. Er kann mit den Kindem das Stück wesentlich kompetenter aufarbeiten", freut sich Gerd Beckmann über das hohe Niveau seiner Truppe.

Er selber hat bei der Besetzung des Musicals im wesentlichen zwei Probleme zu meistem. Er muss die Rollen so verteilen, dass sowohl Sechstklässler als auch Abiturienten auf ihre Kosten kommen und er muss weibliche Hauptrollen schaffen. "Es wollen mehr Mädchen als Jungen auf der Bühne stehen. Traditionell sind aber Frauenrollen, gerade in solchen Stücken, dünn gesät. Deshalb disponieren wir die Rollen einfach um." So wird aus dem Richter kurzerhand eine Richterin, aus dem Zöllner eine Zöllnerin und Jesus ist mal eine Frau und mal ein Mann. Und da sich Beckmanns luxemburgischer Kollege anscheinend die gleichen Gedanken gemacht hat, wurde aus dem lntemetkontakt ganz schnell eine Freundschaft. Die Musical-AG räumte sogar die eigenen Zimmer um, um die Gäste zu beherbergen. Nach der Premiere von "Godspell" werden deshalb die Sektkorken knallen und die Coladosen zischen. Nicht nur, um den Erfolg des Stückes sondern auch um die neuen Freundschaften zu begießen.

Die Godspell-Premiere findet am 27. Mai im Theater Marl statt. Karten für die Vorstellungen gibt es an der Abendkasse im Theater Marl , bei der Buchhandlung Dees und im i-punkt. Weitere Vorstellungen finden am 28. sowie am 30. Mai um 19.00 bzw. 19.30 Uhr statt.

Marler Zeitung, 27. Mai 2000


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