Kai und die Kaugummis werden nie alt

Oper am GiL hauchte oft gespieltem und verfilmtem Stück neues Leben ein / Premiere mit Promi-Besuch

 
HÜLS. (ak) Über den Köpfen des Publikums muss das Glück grenzenlos sein: Selbst Unterstufen-Schüler des Gymnasiums im Loekamp (GiL) erlebten jetzt, wie es ist, wenn das Publikum aufsteht und einem begeistert zujubelt.

  "Kai aus der Kiste" heißt das Stück, dem sich die Oper am GiL diesmal zugewandt hat - eine alte, oft gespielte und trotzdem noch sehenswerte Geschichte.
   Kai lebt mit seiner Familie in ärmlichen Verhältnissen in Berlin. Als ein reicher Amerikaner in die Stadt kommt, ändert sich das Leben des Lausbuben schlagartig: Der Millionär sucht einen Reklamekönig" für seine Kaugummis. Kai stellt mit seiner Bande "Schwarze Hand" alles auf den Kopf, um gegen einen Kontrahenten zu gewinnen.
   Am Samstagabend fand in der GiL-Aula die Premiere des Musicals "Kai aus der Kiste" frei nach dem Kinderbuch von Wolf Durian und dem Film von Günter Meyer statt. Letzterer war zusammen mit dem Komponisten Johannes Schlecht nach Marl angereist. Beide hatten für die Marler Aufführung das Stück um fünf zusätzliche Szenen erweitert:
   Und beide waren begeistert: "Die Arbeit dieses Ensembles zu sehen, macht unheimlich Spaß", schwärmte Johannes Schlecht. Der Komponist war bereits bei den Proben dabei gewesen. Die Premiere war dennoch ein besonderes Erlebnis für ihn. Auch der Autor der Liedtexte und Macher des Films war gerührt. "Kai ist aus der Kiste auf die Bühne gekommen. Es freut mich, dass solch ein alter Charakter, der schon über 30 Mal im Fernsehen gezeigt wurde, noch immer lebendig ist.

   65 Schauspieler und 15 Musiker bereiteten den Hülser Zuschauern einen grandiosen Abend. Novum bei der Aufführung vor ausverkauftem Haus war eine Drehbühne. Schulpflegschaftsvorsitzender Udo Lutz hatte sie gebaut. Auf der einen Seite stand die Kulisse eines Hotelzimmers, auf der anderen die einer Wohnküche. "Unsere Bühne ist sehr klein. Bei den Szenenwechseln hätten wir häufig umbauen müssen", erklärt Udo Lutz, der manche Nacht durchgearbeitet hat. "Ich hoffe, dass die Drehbühne für weitere Aufführungen genutzt werden kann." Udo Lutz ist Fan der Oper am GiL und stolzer Vater eines Mitspielers. Besonders gelungen fand er, dass diesmal viele Unterstufen-Schüler mitgewirkt haben. "Für die Kleinen ist das wertvoll für ihr Selbstbewusstsein." Bei den stehenden Ovationen und "Zugabe-Rufen" dürften wohl alle Sänger, Musiker und Schauspieler eine Gänsehaut bekommen haben.

Direktor zeigte sich großzügig

Schulleiter Johannes Habich versprach den Teilnehmern eine große Premierenfeier. Freude Nr. 3: Für Applaus bei den Schülern sorgte Habich mit seinem Angebot: "Wer von der Aufführung am Sonntagabend noch sehr müde ist, der darf am Montag in den ersten Stunden zu Hause bleiben".
   Das Spiel um Kai und Kaugummis geht weiter: Ob der pfiffige Berliner sich am Ende gegen seinen Kontrahenten durchsetzen wird, können die Zuschauer noch heute Abend herausfinden. Um 19 Uhr beginnt die dritte und letzte Aufführung in der Aula des Hülser Gymnasiums.


 
  Bilder einer mehr als gelungenen Aufführung: "Kai aus der Kiste" brachte die
Oper am Gil auf die Bühne.

Regisseur Günter Meyer, Schulleiter
Johannes Habich und Komponist
Johannes Schlecht (v.l.)

Marler Zeitung, 26.11.2007   


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