Die WAZ über "The King and I" :

 

Neues Muscial der Oper am GiL erobert Theater

"The King and I" gefeiert

Zum zweiten Mal in der langjährigen Geschichte der "Oper am GiL" präsentierte das nun dreiköpfige Leitungsteam des Ensembles eine neue Musicalproduktion im Theater Marl. Im bis auf den letzten Platz ausverkauften Haus faszinierten 150 Mitwirkende das begeisterte Publikum mit dem Musical "The King And I" von Richard Rodgers und Oscar Hammerstein II.

Als am vergangenen Samstag das Licht im Zuschauerraum des Marler Theaters gedämpft wurde und Dirigent Volker Zwetzschke den Taktstock hob, lag eine atemberaubende Spannung in der Luft. Würden die 150 Akteure der Oper am GiL, die ein Jahr lang auf diesen Moment hingearbeitet hatten, es wieder einmal schaffen, das Publikum im Marler Theater zu begeistern?

Davon, daß diese Zweifel wie immer unberechtigt waren, konnten sich die Zuschauer schon nach den ersten Szenen überzeugen, in denen sich auf der Bühne ein atemberaubendes Feuerwerk aus schauspielerischen und musikalischen Glanzleistungen entfachte.

Oliver Ganschow, als König von Siam und Anne Ratajczak als englische Lehrerin Anna Leonowens verkörperten ihre Rollen so grandios, daß man leicht vergessen konnte, daß es sich hier nicht um Profis, sonder um Laien handelte. Die beiden Hauptdarsteller spielten nicht den König und die Lehrerin; sie waren der König und die Lehrerin!

Aber auch die Darsteller der weiteren Rollen wie Patricia Kutter als Lady Thiang, Christian Fischer als Chulalongkorn, Melanie Herzig als Tuptim, Holger Marzinzik als Lun Tha, Melanie Manka als Lisa und Michael Kleinkes als Kralahome gingen in ihren Rollen auf und entführten das Publikum in eine andere Welt.

Einen ganz besonderen Anteil daran hatten die farbenprächtigen Kostüme und das aufwendige Bühnenbild, beides entworfen und umgesetzt von Alexa Gardhoff, das mehrfach mit Extra-Applaus gewürdigt wurde. Die großen Massenszenen, in denen vor allem die jüngeren Schüler des GiL als bezaubernde Kinder des Königs in Erscheinung traten, waren geradezu filmreif und demonstrierten auf eindrucksvolle Weise die intensive Regiearbeit (Annette Krause, Rabea Ullmann, Dirk Heuwer), die dieser Aufführung vorausgegangen war.

Unter der Gesamtleitung von Michael Kleinkes Chorleitung, Organisation), Michael Zobel (Organisation) und Volker Zwetzschke (Dirigat, Organisation) ist ein Gesamtwerk entstanden, das ohne Zweifel höchste Bewunderung verdient.

Solisten, Chor, Tänzer ( Choreographie: Patricia Kutter), das hervorragende Orchester und die unsichtbaren Helfer wie Beleuchter, Maske, Kulissenschieber und Tontechniker, machten diesen Abend somit zu einem wunderbaren Musicalerlebnis, dessen Besuch allen Zuschauern sicherlich in unvergeßlicher Erinnerung bleiben wird. So kann man den Akteuren der "Oper am GiL" nur viel Glück für die weiteren Aufführungen und die im April geplante Israel-Tournee wünschen.

WAZ, 06.03.1995


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