"Don Quixote" kämpft in einem finsteren Verlies

 

Premiere: Oper am GIL führt neue Musical-Produktion auf

"Der Mann von La Mancha" zählt zu den Broadway-Klassikern. Das mehrfach ausgezeichnete Musical von Dale Wassermann ist heute, morgen und am Montag (um 19.30 Uhr) in der Eisenlagerhalle zu sehen. Die "Oper am GiL bringt es auf die Bühne.


Spanien im 16. Jahrhundert: Der Dichter Miguel de Cervantes und sein Diener werden in ein finsteres Verlies in Sevilla geworfen. Die Inquisition klagt den Schriftsteller und Steuereintreiber der Gotteslästerung an, seine Mitgefangenen verspotten ihn. In einer Art Schauprozess, in dem die anderen Inhaftierten das Hohe Gericht verkörpern, erwehrt sich Cervantes des Vowurfes, er sei ein unverbesserlicher Idealist. Er kramt aus seiner Requisitentruhe ein Manuskript hervor und spielt die Geschichte des fahrenden Ritters "Don Quixote" vor. Seine Theatervorstellung, seine Visionen und moralischen Ansichten beindrucken die Gefangenen. Sie sprechen den Dichter frei. Nun muss sich Cervantes allerdings dem richtigen Gericht stellen.

50 Schüler wirken mit

Eine weltbekannte Geschichte: Don Quixote (Helge Salnikau, links) reitet auf seinem Pferd durch die Mancha. Sancho Pansa (Christoph Stratmann) begleitet ihn.

"Nicht das Buch - der "Don Quixote" - selbst, hatte mein eigentliches Interesse eingefangen, sondern sein Autor. Denn, das Leben des Miguel de Cervantes war ein Katalog von Katastrophen", erinnert sich Dale Wassermann an die Entstehung seines Musicals. Die Musik zur Story schrieb Mitch Leigh, die Songtexte stammen von Joe Darion. Uraufgeführt wurde "Der Mann von La Mancha" 1956 in New York, die Originalproduktion wurde 2329 Mal aufgeführt.

Die Musicaltruppe des GiL hat vorerst drei Vorführungen im Rahmen des Europäischen Klassikfestivals eingeplant. Insgesamt 50 Mitwirkende sind dabei, die Hauptrollen haben Helge Salnikau (Cervantes/ Don Quixote), Christoph Stratmann (Diener/Sancho Panza) und Pirkko Rütten (Aldonza/ Dulcinea) übernommen. Die Spielleitung liegt in den Händen von Regisseur Alois Banneyer (Ruhrfestspiele).

Ausschnitte aus dem "Mann von La Mancha" werden auch im Femsehen zu sehen sein. Ein Kamerateam des WDR hat die Endproben der Oper am GiL begleitet, in der "Aktuellen Stunde" im 3. Femseh-Programm soll über das Marler Musical-Projekt berichtet werden.
amü

WAZ, 16.06.2001


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