Nonnen haben höllisches Vergnügen

 
THEATER: Oper am GiL begeistert ihr Publikum mit verrücktem Musical "Non(n)sense" / Ordensschwestern tanzen Ballett

Die fünf Nonnen warnen schon zu Beginn: "Obwohl wir ihn fürchten, ist gleich der Teufel los!"

Mit dem Teufel muss es anscheinend auch zugegangen sein, als Mutter Oberin aus dem Vollen schöpfte: Ihre zuvor an einer Fischvergiftung gestorbenen 52 Mitschwestern wurden beerdigt – alle bis auf vier. Das für diese letzten vier Bestattungen notwendige Geld investierte Mutter Oberin lieber in einen neuen Videorecorder.

So liegen die Leichen in der Kühltruhe. Aber was, wenn der Lebensmittelkontrolleur kommt? Damit die Nonnen nicht vom Kloster in den Knast wandern, muss schnell neues Geld für eine Bestattung her. Die einfachste Möglichkeit scheint für die Ordensschwestern eine Bühnenshow zu sein, in der sich jede Nonne mit ihren Fähigkeiten präsentiert.

Das Stück "Non(n)sense" von Dan Goggin nimmt auf erfrischende Art und Weise mit viel Wortwitz Klischees aufs Korn, ohne böswillig zu sein. Das Publikum reagierte mit lautstarkem Gelächter. Auch beim Quiz mit den Zuschauern gab es viele Lacher.

Mischung aus Spiel, Gesang und Tanz

In "Non(n)sense" wechseln sich kurze Spielszenen mit Gesangeinlagen und Tanzchoreografien ab. Unweigerlich fühlt man sich an "Sister-Act" erinnert, wenn die fünf Hauptdarstellerinnen Kathrin Kloda, Rike Lohmann, Katharina Schwickrath, Anne Zbikowski und Inga Murawski zu flotter Musik tanzen. Unterstützt werden die Schauspielerinnen vom Orchester der Oper am GiL, das mit Swing-Rhythmen dem Stück einen aktuellen Schliff verpasst. Die Spielleitung hatte mit Helge Salnikau erstmals ein ehemaliger Schüler. Am Dirigentenpult stand Musiklehrer Gerd Beckmann.

Die fünf Nonnen zeigen mit ihrer Darstellung, dass Ordenschwestern auch ein anderes Leben führen könnten. Ob als Ballett-Tänzerin, Ute-Lemper-Verschnitt oder Country-Sängerin – alle fünf Schwestern machen in jeder Situation eine sehr gute Figur.

Nicht nur das gesangliche Talent überzeugte, sondern auch die Mimik und Gestik der Darstellerinnen. Allen voran hatten hier Katharina Schwickrath als zerstreute Schwester Maria Amnesia und Kathrin Kloda als Mutter Oberin das Publikum ganz auf ihrer Seite.

Alles in allem: Eine himmlische Darbietung, die bei den mehr als 600 Zuschauern höllisch gut ankam! Eine weitere Aufführung findet heute Abend um 19:30 Uhr im Theater Marl statt. Karten gibt es für sechs, bzw. acht Euro an der Abendkasse.

-hs

5 Nonnen
Anne Zbikowski, Rike Lohmann, Kathrin Kloda, Inga Murawski und Katharina Schwickrath glänzen als verrückte Ordensschwesern im Musical "Non(n)sense".


Marler Zeitung, 28.07.2003  


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