Fromme Demut und bunte Glamourwelt

 

Jubel-Premiere für neues Stück der Oper am GiL

Dan Goggins witzig-spritziges Musical "Non(n)sense" erlebte im TM als neueste Produktion der Oper am GiL eine bejubelte Premiere. Mit "Funny Nunny"-Geschichten, gelungenen Gesangs- und Tanzeinlagen begeisterten fünf Schülerinnen, ein Chor im Hintergrund und ein professionell agierendes Schulorchester in einer tollen Bühnenshow.

Die Geschichte erzählt von den "Kleinen Schwestern von Hoboken", die in der misslichen Lage sind, für 52 an vergifteter Fischsuppe verstorbenen Mitschwestern, die Beerdigungskosten aufbringen zu müssen. Der Verkauf von Grußpostkarten bringt gerade genug Geld ein, um 48 würdig zu bestatten. Für vier Verblichene starten die fünf Verbliebenen ihren Ausflug ins bunte Showbusiness.

Und der hat es durchaus in sich. An Einfallsreichtum mangelt es der in der Regie des Abiturienten Helge Salnikau und unter musikalischer Leitung von Gerd Beckmann entstandenen Produktion wahrlich nicht. Da flimmert zum Auftakt ein Stummfilm mit Zwischentiteln über die Leinwand, um den Zuschauer ins Geschehen einzuführen, tanzen Nonnen über die große Showtreppe auf die Bühne.

Zwischen frommer Demut und bunter Glamourwelt zeigen sie Momentaufnahmen eines schrägen Kloster-Alltags. Kathrin Kloda beweist als umtriebige Mutter Oberin deftigen Humor und beachtliche Bühnenpräsenz. Rike Lohmann träumt als einfallsreiche rustikale Schwester Robert Anna von der großen Showkarriere. Katharina Schwickrath ist die sympathisch-tolpatschig vergessliche Schwester Amnesia. Anne Zbikowkis legt sich als stimmgewaltige Gospelsängerin Schwester Hubert mächtig ins Zeug. Inga Murawski ist die ballettbegeisterte Schwester Leo.

Auf der Bühne bilden die fünf Darsteller ein perfekt aufeinander eingespieltes Ensemble. Mit Witz und Charme, glänzenden Gesangseinlagen und schauspielerischem Talent singen und swingen sie sich durch zwei pralle Stunden Unterhaltung. Die gelungenen Choreografien stammen von Corinna Gehrke und Ulrike Figgener.

Die munteren Bet-Schwestern auf der Bühne können sich bei der musikalischen Begleitung auf ein souverän aufspielendes Orchester verlassen. Für alle Mitwirkenden auf und hinter der Bühne gab es für diese mitreißende Darbietung im Theater verdiente Beifallsstürme.

Da singen und da swingen sie zwei pralle Stunden lang auf den Brettern des TM:
Mit dem Musical "Non(n)sense" sorgte die Oper am GiL für wahre Begeisterungsstürme beim Publikum.

 


WAZ, 24.07.2003  


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