Oper am GiL soll Miete zahlen

Die Diskussion im "Oper am GiL"- Forum

  Name: Text:
  Leitungsteam
13:52 30-03-00
Laut Beschluss des Kulturausschusses der Stadt Marl sollen die Schulen für Benutzung des Theaters der Stadt Marl künftig
zur Kasse gebeten werden.

Für die Godspell-Inszinierung müßte die Oper am GiL mit Mehrkosten von mindestens 3.500 DM rechnen. Dazu kämen noch weitere Kosten für bühnentechnisches Personal und Versicherungen in nicht exakt bezifferbarer Höhe.

Für die Godspell-Aufführungen treffen diese Regelungen noch nicht zu. Die Eintrittspreise bleiben unverändert.

Zukünftige Produktionen sind jedoch durch diese Maßnahmen
der Stadt Marl stark gefährdet.

Leitungsteam der Oper am GiL
 
  Siegfried Böhm
16:34 30-03-00
Es ist verständlich, dass die Stadt sparen muss. Jedoch sollt sie aus dem Topf des Kulturausschusses die Aufführungen der Jugend bezahlen und dafür weniger Skulpturen kaufen. Schließlich ist es die Jugend, die der Stadt einmal das Leben geben wird.
Siegfreid Böhm 
  Christoph Stratmann
17:31 30-03-00
Geld Geld Geld !!!
Überall kann die Stadt Marl Geld "eintreiben" (*z.B. mit Parkscheinautomaten*), aber doch nicht bei den Schulen.
Wir schwimmen doch auch nicht im Geld. Wozu füllen wir denn immer schon Antäge für Zuschüsse aus, und wovon sollen wir denn dann noch Requisiten, technisches Equipment, usw... bezahlen.
Wenn die Oper am GiL durch diese Maßnahme wieder so anfangen muß wie vor 25 Jahren, dann hat die Stadt Marl wiedermal eine Meisterleistung vollbracht!
Veilleicht sollte man sich auch mal Gedanken darüber machen, warum die Oper am GiL und die anderen Schulen vor ausverkauftem Haus spielen. Man kann von Schülern einfach nicht mehr als 10 DM Eintrittspreis verlangen, sonst bleiben die nämlich zu Hause, d.h. über eine Erhöhung der Eintrittspreise sind die Mehrkosten für Theatermiete usw. nicht zu decken!!!

 
  Patrick Matten
15:14 31-03-00
Es ist zwar bekannt, dass die Stadt Marl sparen muss, weil sie pleite ist. Aber das deswegen an Kultur und an den Schulen gespart werden soll ist die Höhe. Durch die Mehrbelastungen läuft die Stadt Marl Gefahr einen wichtigen Beitrag zum Kulturleben der Stadt Marl zu verlieren, denn die Miete von ca. 3500,- DM kann keiner bezahlen. Der Vorschlag von Bürgermeisterin Uta Heinrich, wir könnten unsere Projekte auch in der Schulaula das GILs aufführen ist ja wohl ein Witz. Vor gar nicht langer Zeit war sie bei uns in der Schule um sich im Namen der Stadt Marl bei uns für unserer Engagement zu bedanken. Dort hat sie die Aula gesehen und muß wissen, dass dieser Vorschlag nicht praktikabel ist. Bei dem Termin in der Schule hat sie auch die Ansicht vertreten, dass die Oper am Gil wichtiger Kulturbeitrag der Stadt Marl ist und dass sie hofft, dass die Oper am Gil noch weiterhin viele Stücke auf die Bühne bringt. Aber mit den geplanten Zahlungen seitens der Oper am Gil an die Stadt wird es leider sehr schnell passieren, dass die Oper am Gil ihre Aktivität entweder einstellen oder sie auf ein Minimum reduzieren muß. Das fände ich als unmittelbar Beiteiligter sehr schade. Und ich glaube, dass ich nicht der einzige bin, sondern dass viele Bürger der Stadt Marl diesen Verlust als sehr schmerzlich empfinden würden.
Patrick Matten 
  Per Kothe
04:03 01-04-00
Hallo!
Ich schreib´ hier auch nochmal den Leserbrief von mir, der am 31.03.2000 in der Marler Zeitung veröffentlicht wurde, auch wenn er sich den anderen Meinungen hauptsächlich anschliesst (immerhin ist er vom 28.03.):


Ich schreibe Ihnen bezüglich der durch den Kulturausschuss der Stadt Marl beschlossenen drastischen Gebührenerhöhung der Stadt für (schulische) Theaternutzungen. Es ist verständlich, dass die Stadt Geld benötigt, jedoch muss dieses nicht aus der Kasse von Personen kommen, die das Theater nicht zur Profiterzielung sondern aus gemeinnützigen Gründen nutzen.

Ich habe jetzt nicht vor, aufzuzählen, an welchen Stellen das Einsparen sinnvoller wäre, jedoch glaube ich nicht, dass Marl gerade bei der Kultur kürzen sollte. Statt Schulen für ihre kulturelle Arbeit zu fördern, hindert die Stadt dieselben durch Ihre Gebührenpolitik daran, ihre theaterpädagogische Arbeit zu realisieren.Ich finde es unverschämt, Schulen diese Gebühr
abzuverlangen, die ja trotz Uta Heinrichs versprochener Millionen mehr pro Jahr nicht das Geld haben, diese Mehrkosten aufzubringen.

Bei kommerziellen Nutzern ist es wiederum eine andere Angelegenheit, jedoch sollte sich auch hier die Stadt überlegen, ob an der richtigen Stelle gespart wird. Für viele sind die zusätzlich einzuplanenden Mehrkosten
bestimmt ein grosses Hindernis bei der Umsetzung von Projekten und ein Beweggrund, das Theater als Aufführungsort zu meiden.

Allein die “Oper am GIL" hat durch diesen “Geistesblitz" mindestens 3400 DM mehr Kosten, die zwar bei nicht ausreichenden Einnahmen möglicherweise zu einem Teil aus anderen städtischen Töpfen subventioniert werden sollen. Da dies aber keineswegs beschlossene Sache ist, wird die Existenz der Oper daduch in Frage gestellt. In gewisser Weise ist dieses Vorhaben eine Milchmädchenrechung: Die Stadt nimmt also Geld von den Schulen zurück, dass sie ihnen vorher zur Verfügung gestellt hat, könnte insofern auch gleich den Schulen die Mittel kürzen, was ja nicht im Sinne von Frau Heinrichs
Wahlversprechen wäre.

Es kann nicht angehen, dass Schulen von privaten Sponsoren abhängen, um ausserhalb des schulischen Pflichtprgramms Ideen überhaupt umsetzen zu können. Da die Arbeit aber jetzt schon nur durch die Unterstüztung aus der
Wirtschaft möglich ist (danke an die jetzigen Sponsoren der “Oper am GIL"), ist es pervertierend den Schulen das mühsam erbettelte Geld Ihrer Förderer hinterücks wieder aus der Tasche zu ziehen.

So anfeindend dieses Schreiben auch klingen mag, soll es doch den Wunsch äußern, wenigstens den Schulen dieses Hindernis zur Verwirklichung ihrer Projekte wieder zu nehmen.

Per Kothe

Schüler des Albert-Schweitzer Gymnasiums, Marl
Mitwirkender der Oper am GIL" 
  Marc Matten/VR China
04:20 01-04-00
Tja,
Untaten des Stadt Marl im kulturellen Bereich erreichen mich selbst hier im Nordosten der VR China und erregen mein Missfallen. Bei genauerer Betrachtung der Vorgehensweise Frau Uta Heinrichs faellt mir da vor allem ihre extreme Kurzsichtigkeit auf. Ich moechte hier nicht unbedingt das Zitat "Deutschland - das Land der Dichter und Denker" anbringen, aber leider verhaelt es sich so. Warum? Gerade weil Deutschland im Ausland (respektive China) genauso gesehen wird. Die Erfolge in der Vergangenheit (angefangen von Goethe, Kant bis hin zu Habermas und Marcuse) haben naemlich eine gewissen Erwartungshaltung produziert, die es meiner Meinung nach nicht zu enttaeuschen gilt. Kultur und kulturelle Aktivitaeten zu bieten wie die Oper am Gil gehoert auch dazu, auch wenn Kritiker einwenden moegen, die Reichweite solcher Veranstaltungen sei doch arg begrenzt, selbst bei Beruecksichtigung evt. Multiplikatoreneffekte in Nachbargemeinden. Wie aber soll eine moeglichst grosse Zahl an Jugendlichen an solche Aktivitaeten, die ein gesundes sozialkritisches Bewusstsein herausbilden, herangefuehrt werden? Bestimmt nicht durch Mieten, deren geringe Betraege (im Vergleich zum Gesamthaushalt der Stadt Marl) eher laecherlich sind. Gerade im kulturellen Bereich sind die besten Dinge genau die, die nicht dem finanziellen Zwang gehorchen, sondern auf freiwilliger Basis mit einem gesunden Ehrgeiz im Bauch der Betreibenden erfolgen. Frau Ise Schoenberg, die die Oper am GiL begruendet und jahrzehntelang betreut und organisiert hat, wird sich sicher bedanken, dass ihr grosses Werk - das sie ohne materiellen Lohn geschaffen hat - innerhalb kuerzester Zeit von der Buehne verschwindet.
Das oben angefuehrte sozialkritische Bewusstsein ist genau das, was in der BRD mehr als fehlt, konkret messbar an der immer mehr zunehmenden Politikverdrossenheit.
Ironisch gesehen kann man aber auch diagnostizieren, dass das kurzsichtige Verhalten von Frau Uta Heinrich einen umgekehrten Effekt provoziert hat: jetzt werden sich naemlich ein paar hundert Erst- und Jungwaehler von der CDU abwenden, in allererster Linie bei der naechsten Kommunalwahl.
Von daher laesst sich als Fazit nur die folgende Forderung ohne wenn und aber stellen:

KEINE MIETE FUER DIE OPER AM GIL!!!

Ich hoffe, dass der Rat der Stadt Marl Frau Uta Heinrich noch einmal gesondert darauf hinweist und dass andere CDU-Abgeordnete im Rat sich nicht dem Fraktionszwang unterwerfen, sondern an die Jugend, die die Zukunft unserer Stadt ist, denkt und nicht ein solch kurzsichtiges Verhalten zeigt.  
  Anna-Lena Huthmacher
11:43 02-04-00
Ich finde es überhaupt nicht korrekt, dass die Oper am Gil Miete zahlen muss, obwohl sie auch nicht reich ist. Die Stadt sollte sich überlegen, ob man nicht an einer anderen Stelle sparen, bzw. Geld eintreiben kann. Warum soll die Schule zahlen, wenn die Stadt verschuldet ist???
Die Eintrittspreise kann man auch nicht erhöhen, da das TM dann erst recht nicht voll wird.
Das ist meine Meinung, und auch die der anderen.

Anna-Lena 
  Joachim Sandvoss
15:04 02-04-00
Seit 1995 verfolge ich die Arbeit der Oper am GiL.
Die Aufführungen im Stadttheater haben ein hohes Niveau, sind dementsprechend gut besucht und somit musikalisch-kulturelles Aushängeschild der Stadt Marl.

Die Stadt setzt mit ihrer Mietforderung eine ´Abwärtsspirale´ in Gang, die die Oper am GiL auf Provinzniveau zurückwerfen könnte. Abgesehen von einem möglichen Motivationsschwund auf seiten jener Schüler, die evt. das Talent für eine professionelle Karriere haben, kann es auch nicht im Sinne der Stadt Marl sein, sich auf diese Weise eines Teils ihrer Musiktheater-Kultur zu berauben.
Ich bin überzeugt davon, dass es sinnvollere Maßnahmen zum Ausgleich des Finanzhaushaltes der Stadt Marl gibt, als ausgerechnet Schulen in die Tasche zu greifen.
Stattdessen müsste die Oper am GiL von seiten der Stadt finanziell gefördert werden: die Erarbeitung eines Musicals beinhaltet stets auch AUSBILDUNG, in der musikalisch-tänzerische Fähigkeiten erworben bzw. verbessert werden. Eine Förderung dieser Ausbildung, die selbstverständlich auch mit Kosten (neue Instrumente, Requisiten etc.) verbunden ist, würde wenigstens mit der Forderung nach MEHR AUSBILDUNG der derzeitigen unsäglichen Rüttgers-Kampagne in Einklang stehen.
Ich unterstütze die in diesem Forum bisher geäußerten Meinungen in vollem Umfang und wünsche allen Mitwirkenden der Oper am GiL viel Zuspruch und Erfolg, damit aus der Oper am GiL kein ´Opfer´am GiL wird.

 
  Rike Lohmann
19:47 03-04-00
Tach!
Ich finde total bescheuert, dass die Stadt Marl gerade an den Schulen sparen will. Eher sollte sie in die Schulen mehr Geld investieren. In unserer Aula kann man außerdem keine Musicals aufführen! Die Bühne ist ja viel zu klein und wo sollen sich die vielen Akteure denn aufhalten, wenn sie grade nicht auf der Bühne stehen? Etwa auf der kleinen Treppe? Ganz tolle Idee? Vielleicht schon mal an das Orchester gedacht? Im Theater hätten wir auch viel mehr technische Möglichkeiten. Schauspielern oder Theateraufführungen sollten gerade in der Stadt des Adolf Grimme Preises gefördert werden, oder nicht? Vielleicht sollte die Stadt Marl nocheinmal darüber nachdenken!!!!!!!!!!!!! 
  Maike Dupont
10:34 06-04-00
Also manchmal frage ich mich wirklich: Welche Absicht verfolgt unsere schöne Stadt? Ist es nicht so, daß die Oper am GiL nicht nur ein Aushängeschild des Gymnasiums im Loekamp darstellt, sondern in gewisser Weise auch eines der Stadt Marl?
Fakt ist, daß dieses Aushängeschild vielleicht in Kürze der Vergangenheit angehört, da es Projekte der Oper in der jetzigen Form nicht mehr geben wird. Zurückzuführen ist dies darauf, daß das GiL von nun an die vollen Mietpreise - Mehrkosten belaufen sich auf bis zu 3.500,- DM - für Aufführungen im Theater Marl zu tragen hat. Wer soll das bezahlen, frage ich mich? Die Gewinne der vorherigen Aufführungen bewegen sich nicht in astronomischen Größen und Sponsoren sind schwer zu finden. Kultur wird in unserer schönen Stadt doch sonst immer groß geschrieben - Kulturelle Jugendförderung in diesem Sinne doch hoffentlich auch, ... oder? Die Möglichkeit, mit einem phantastisch großen Ensemble von bis zu 90 Schülern Projekte zu inszenieren, ist mit Hilfe der Räumlichkeiten des Theater Marls gegeben. Wohin soll die Oper am GiL ausweichen, wenn diese Chance, aufgrund der finanztechnischen Situation, an ihr vorüberzieht? Die Aula des GiL ist für diese Zwecke wohl kaum die richtige Lokalität. Die im Theater Marl vorherrschende Atmosphäre und die technischen Einrichtungen tragen in hohem Maße dazu bei, das Niveau eines einfachen Schülertheaters zu verlassen. Dieses kulturelle Gut geht verloren, wenn dem geplanten Vorhaben kein Einhalt geboten wird!
Das TM ist seit den Umbauarbeiten so strahlend und glänzend. Warum soll es nicht auch einmal ausverkauft sein, wie bei den Aufführungen der Oper am GiL?
Maike Dupont
 
  Andreas Voß
11:31 06-04-00
Bei allem Verständnis für notwendige Einsparungen die durch die Stadt Marl vorzunehmen sind lehne ich diese Art der Einkommenserzielung ab.
In Zeiten, als wir mit der CDU in der Opposition waren wurde von unserem Vorsitzenden Hubert Schulte-Kemper immer kritisiert, dass Einsparungen gerade im sozialen und kulturellen Bereich (z.B. DM 100,-- weniger bei den Chören oder beim Blindenverein) eigentlich nicht zur Haushaltskonsolidierung geeignet sind und ehrenamtliches Engagement gemindert, wenn nicht sogar vernichtet wird.
Als ehemaliger Schüler des GiL und als jemand der in den Jahren als die Oper am GiL von ehemaligen Schülern geleitet wurde mit der Jungen Union einen kleinen finanziellen Beitrag leisten durfte, lehne ich die Mietforderung für das Theater strikt ab.
Ich glaube zwar nicht, dass die Mietforderung den Fortbestand der Oper am GiL ernsthaft gefährden kann, allerdings erhöht es das finanzielle Risiko neuer Produktionen. Gerade in Zeiten in denen es wichtiger denn je ist das Engagement junger Menschen in sinnvolle Bahnen zu lenken ist es nicht vertretbar den Leistungsträgern der Oper am Gil zusätzliche finanzielle Hürden aufzubauen.
Als ich laß, dass der Fördertopf des Kultrurausschusses erhöht wurde und man hieraus einen höheren Zuschuß zahlen könnte konnte ich mir das Lachen nicht verkneifen, denn erst wird Geld weggenommen und dann wieder großzügig zurückverteilt. Dies ist wie die Finanzpolitik der NRW-SPD, erst wird den Kommunen Geld genommen und dann verteilt die Landesregierung wieder großzügig ein paar Mark.
 
  Kristina Dawitz
16:08 06-04-00
Seit etwa 6 Jahren nehme ich an der Oper am GiL teil und denke das die Oper einen Teil der Marler Kultur und Jugendarbeit ausmachen.Überall hört man, daß Jugendliche unterstützt werden sollen, aber gleichzeitig wird diese Jugendarbeit gestört.
Die geplante Erhöhung der Theatermiete ist ein Beispiel dafür.Wir müßten etwa 3500 DM mehr bezahlen.
Außerdem spricht die Stadt Marl
davon, daß sie eine Kulturstadt ist und bleiben will, durch eine Erhöhung der Theatermiete würde jedoch ein Bestandteil dieser Kultur gefährdet.

Nach unserem letzten Stück sprach unsere Bürgermeisterin Frau Heinrich davon, wie wichtig die Oper am GiL wäre und das diese Einrichtung weiter bestehen solle.
Durch eine Erhöhung der Theatermiete ist es jedoch fraglich, ob wir den bisherigen Standart weiter erhalten können
(Vergleichen Sie zum Beispiel die Atmosphäre einer Aula mit
der eines Theaters!!).

Ich denke, daß die Verantwortlichen sich überlegen
sollten, ob sie an der richtigen Stelle sparen!!!!!!! 
 
Das Forum ist nicht mehr online

zurück