Existenz der Oper am GiL gefährdet

 

- Von: Per Kothe, Schüler des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Mitwirkender der Oper am GiL

- Betr: Bericht: "Auch Oper am GiL muss zahlen"

- vom 24. März

Ich schreibe Ihnen bezüglich der durch den Kulturausschuss der Stadt Marl beschlossenen drastischen Gebührenerhöhung der Stadt für (schulische) Theaternutzungen. Es ist verständlich, dass die Stadt Geld benötigt, jedoch muss dieses nicht aus der Kasse von Personen kommen, die das Theater nicht zur Profiterzielung sondern aus gemeinnützigen Gründen nutzen.

Ich habe jetzt nicht vor, aufzuzählen, an welchen Stellen das Einsparen sinnvoller wäre, jedoch glaube ich nicht, dass Marl gerade bei der Kultur kürzen sollte. Statt Schulen für ihre kulturelle Arbeit zu fördern, hindert die Stadt dieselben durch Ihre Gebührenpolitik daran, ihre theaterpädagogische Arbeit zu realisieren.Ich finde es unverschämt, Schulen diese Gebühr abzuverlangen, die ja (trotz Uta Heinrichs versprochener Millionen mehr pro Jahr) nicht das Geld haben, diese Mehrkosten aufzubringen.

Sparen am falschen Ende

Bei kommerziellen Nutzern ist es wiederum eine andere Angelegenheit, jedoch sollte sich auch hier die Stadt überlegen, ob an der richtigen Stelle gespart wird. Für viele sind die zusätzlich einzuplanenden Mehrkosten bestimmt ein großes Hindernis bei der Umsetzung von Projekten und ein Beweggrund, das Theater als Aufführungsort zu meiden. Allein die "Oper am GIL" hat durch diesen "Geistesblitz" mindestens 3400 DM mehr Kosten, die zwar bei nicht ausreichenden Einnahmen möglicherweise zu einem Teil aus anderen städtischen Töpfen subventioniert werden sollen. Da dies aber keineswegs beschlossene Sache ist, wird die Existenz der Oper daduch in Frage gestellt.

Stadt gibt und nimmt wieder

In gewisser Weise ist dieses Vorhaben eine Milchmädchenrechung: Die Stadt nimmt also Geld von den Schulen zurück, dass sie ihnen vorher zur Verfügung gestellt hat, könnte insofern auch gleich den Schulen die Mittel kürzen, was ja nicht im Sinne von Frau Heinrichs Wahlversprechen wäre. Es kann nicht angehen, dass Schulen von privaten Sponsoren abhängen, um ausserhalb des schulischen Pflichtprgramms Ideen Überhaupt umsetzen zu können. Da die Arbeit aber jetzt schon nur durch die Unterstüztung aus der Wirtschaft möglich ist (danke an die jetzigen Sponsoren der "Oper am GIL"), ist es pervertierend, den Schulen das mühsam erbettelte Geld Ihrer Förderer hinterücks wieder aus der Tasche zu ziehen. So anfeindend dieses Schreiben auch klingen mag, soll es doch den Wunsch äußern, wenigstens den Schulen dieses Hindernis zur Verwirklichung ihrer Projekte wieder zu nehmen.


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