Die Marler Zeitung über "Der Schuster und der Millionär"

 

GiL-Oper: Reisenerfolg mit "Schuster und Milionär"

Marl. Einen Riesenerfolg feiern konnten die Mannen der GiL-Oper um Ise Schönberg jetzt im heimischen TM. Mit der Aufführung von Jacques Offenbachs "Der Schuster und der Milionär" am vergangenen Wochenende bewies die Heerschar an Mitwirkenden einmal mehr, zu welchen Leistungen auch Schüler und Schülerinnen fähig sind.

In allen drei Vorstellungen gewannen die theaterbegeisterten Akteure sofort die Begeisterung des Publikums, glänzten durch Disziplin, durch schauspielerisches und sängerisches Können.

Mitgerissen wurde aber nicht nur das Marler Publikum. Dr. Peter Hartwig von der Jacques-Offenbach-Geselschaft Bad Ems:

"Man kann Ihnen nur gratulieren jenem reichen Vorrat an schaulspielerischen und sängerischen Talenten, mit denen Sie arbeiten können ...Dieser absolut lockere und souveräne Belazor (Stefan Kahle), sein entzückendes Tochterchen (Katrin Dreyer) und der verjazzte Larfaillou (Christian Loffing), ...die sich wohl ein bißchen selbst gespielt haben. Und wie toll, wenn man in einer Nebenrolle wie der ordinären ,Schauspielerin' ein solch komisches Urtalent entdeckt wie Andrea Hakkenberg. Gerade in den Nebenrollen übrigens war die Feinarbeit der letzen Monate zu spuren, in deren Mimik und Gestik, in deren Sicherheit, sich über die doch recht üppige Bühne zu bewegen.

Und ich möchte auch nicht wissen, wie viele Überstunden die Bühnenhandwerker, Schneider etc. gemacht haben... Ich kenne - Gott sei's geklagt - sogenannte professionelle Offenbach - Inzenierungen, die in reinem Klamauk oder gepflegter Langeweile untergehen. Beides zu vermeiden ist gerade bei Maitre Jacques eine große Kunst. Hut ab! Besonders der pathetische Schluß der Spielszene mit dem großartig aufgemotzten Zitat aus Gétrys "Richard Couer de Lion" war phantastisch gespielt und gesungen.

Auch namens der Jacques-Offenbach-Gesellschaft möchte ich Ihnen, Ihren Schülerinnen und Schülern zu dem großen Erfolg und tollen Ergebnis ihrer Bemühungen gratulieren. Ich selbst habe an diesem Abend für die Oper am GiL Cimarosas "Heimliche Ehe" in Gelsenkirchen sausen lassen. Und ich muß gestehen: Ich hab'es nicht bereut."

Marler Zeitung, 17.05.1990


zurück