Die Marler Zeitung über "Snoopy " :

 

Können Beagles singen?

SNOOPY: Heute um 20 Uhr ist Premiere des neuen "Oper am GiL"-Musicals

Können Beagles singen? Ja, wenn sie von Sinan Ay gespielt werden, Snoopy heißen und die zentrale Figur eines Musicals sind. Mit "Snoopy" führt die Oper am GiL das bereits dritte Singspiel auf, heute abend um 20 Uhr ist die Premiere in der Aula der Ernst-Immel-Realschule. Haben die Darsteller schon Lampenfieber "Nein", meint Sinan, "eigentlich noch nicht."

Seit Januar laufen die Proben für das aktuell Stück auf Hochtouren. Die Premiere ist schon ausverkauft, nur für die beiden anderen Aufführungen am Sonntag und Montag gibt es noch Karten.
"Ausnahmsweise haben wir mal einStück ausgesucht, bei dem nur wenige Schauspieler mitspielen", erklärte Gerd Beckmann , musikalischer Leiter der "Oper am GiL". "Bei den anderen Stücken haben zwischen 70 und 100 Leuten mitgewirkt, da kann es ruhig mal eine Ausnahme geben." Nach "Blutsbrüder" und "Linie 1" spielen nur sieben Schüler in der aktuellen Produktion . Nachdem Gerd Beckmann in seiner Zeit als Leiter der Musical-Arbeits- gemeinschaft des Dattelner Gymnasiums Hand im Hand mit dem Theaterpädagogen Alois Banneyer gearbeitet hatte, freut er sich jetzt bei "Snoopy" über die aufgefrischte Zusammenarbeit mit Banneyer. Der Theaterpädagoge ist für die Dialogregie zuständig.

Für Hauptdarsteller Sinan Ay ist das nicht die erste große Rolle. Ihm macht das Singen so viel Spaß, dass der Abiturient es zum Beruf machen möchte: "Ich werde mich bis zum Februar in der Musikschule Marl vorbereiten und dann die Aufnahmeprüfung an der Folkwangschule in Essen machen." Bereits in den ersten beiden Produktionen hat Sinan die Hauptrolle gespielt. auch die Snoopy-Rolle als liebenswerter Beagle mit Hang zur Philosophie findet er klasse. Was ihm am meisten daran Spaß macht? "Es gibt im zweiten Akt einen Monolog mit Lied, den ich klasse finde. Da habe ich richtig was zu tun." Für den musikalischen Hintergrund sorgt eine sechsköpfige Band, die die fetzigen, lustigen und herzschmerzigen Songs intoniert.

Die Figuren aus den Comics von Charles M. Schulz sind alle vertreten: Linus mit seiner berühmten Schmusedecke ( Kai Dellemann), Peppermint Patty ( Katrin Pahlke ), Sally Brown ( Katharina Schwickrath ), Lucy ( Maike Dupont), Charlie Brown ( Lukas Berger) und natürlich der verrückte gelbe Vogel Woodstock. "Die Zuschauer können verstehen, was Snoopy sagt, die Figuren allerdings nicht", erklärt Sinan. Genau wie in den Comics und in der Serie eben. Die Charaktere in diesem Stück sollen nicht Kinder darstellen, sondern dem tatsächlichen Alter der Darsteller gemäß möglichst natürlich gaspielt werden." Snoopy " allerdings denkt, er sei wesentlich reifer. Schade nur, dass die Kids ihn nicht verstehen durch die "hundlichen" Missverständnisse. - siehe Stichwort

Mareike Fuß Marler Zeitung, 13. Juni 1998

Stichwort:

"Snoopy" ist ein liebenswerter Beagle mit Hang zur Philosophie.
"Linus" geht nie ohne seine Schmusedecke aus dem Haus und ist ein eher ruhiger Typ.
"Peppermint Patty" ist die sommersprossige Niete in der Schule aber sonst ganz nett.
"Sally Brown" ist Charlies nervige Schwester.
"Lucy" ist eine klassische Besserwisserin.
"Charlie Brown" ist herzensgut und treudoof, aber eben Charlie Brown.
"Woodstock" ist ein kleines gelbes Federtier undefinierbarer Rasse und versteht sich hervorragend mit Snoopy.
"Vater " des kleinen Comichundes und seiner Freunde ist "Peonuts"-Zeichner Charles M. Schulz. Er zeichnete die Strips und die Bilder zur Serie "Die Peanuts".

Das Musical "Snoopy" startete 1975 in San Franscico (USA)als Fortsetzung des "You're a good man, Charlie Brown". Die Londoner Erstaufführung im Jahre 1983 wurde von den Kritikern des "Daily Telegraph" und der "Times" zum "besten Musical des Jahres" gewählt. Hier in Deutschland wurde das Musical "Snoopy" erst 1987 durch eine junge freie Theatergruppe im Stadttheater im Münster erstaufgeführt.


zurück