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"GiL-Oper": Mitreißender Rock begeistert Publikum
"Josephs Traummantel" von Andrew Lloyd Webber im Theater Marl / Drei Aufführungen nahezu ausverkauft / Wirkungsvolles
Bühnenbild
MARL (SyG) Nach knapp einem Jahr Vorbereitung war es endlich soweit: Mit "Josephs Traummantel" von Andrew Lloyd Webber
brachte das Musical-Team des Gymnasiums im Loekamp (GiL) am Freitag, Samstag und Sonntag im Theater der Stadt Marl
eine spannende Geschichte aus dem Alten Testament auf die Bühne.
Ähnlich wie auch bei Webbers weltbekannter Rockoper "Jesus Christ Superstar" ging es dabei "so richtig ab":
Darsteller/innen, Orchester und Band präsentierten mitreißend einen "Ohrwurm" nach dem anderen; die interessante Regie
und Choreographie sorgten für echte "Action". Donnernder Applaus im TM sprach Bände: Die "Oper am GiL" ist nach wie
vor ein Laienprojekt von sehr hohem Niveau.
Es ist erstaunlich, mit welcher Kreativität und Routine Ise Schönberg und die jeweils wechselnden Beteiligten jedes
Jahr ein neues Projekt in Angriff nehmen. Die deutsche Fassung von "Joseph und the Amazing Technicolor Dreamcoat" in
diesem Jahr war ein besonders guter Griff, handelte es sich dabei doch um ein eigens für Schulaufführungen komponiertes
Werk. Die Geschichte an sich ist spannend: Joseph, Lieblingssohn Jacobs, wird von seinen eifersüchtigen Brüdern an
einen ägyptischen Sklavenhändler verkauft und zu Hause totgesagt. In Ägypten bringt ihn die Frau seines Dienstherrn ins
Gefängnis, aus dem er dank seiner Fähigkeit der Traumdeutung wieder freikommt. Er sagt dem Pharao Jahre des Überflusses
und des Hungers voraus, wird oberster Verwalter und kann Ägypten und seiner Familie helfen.
Einige Darsteller/innen gingen völlig in ihrer Rolle auf: Christian Loffing verkörperte den ältesten Sohn Jacobs, den
großmäulig-rabiaten Ruben, durchaus glaubwürdig und Marcel Koritnik überzeugte mit zurückhaltender Gestik und einer
sehr warmen, dunklen Stimme als introvertierter, zuweilen fast schon arrogant wirkender Joseph. Die drei "Presse-Frauen"
Annette Krause, Patricia Kutter und Sabine Grofmeier, Erzählerinnen der Joseph-Story, brachten durch lebhaftes Agieren
frischen Wind in statische Bilder. Gelungen auch die tänzerisch gestaltete Verführung Josephs durch die Ägypterin
Potiphar: ein lasziver Tango von besonderem Reiz. Ganz zu schweigen von dem wirkungsvollen Bühnenbild, den exotischen
Kostümen... Alles in allem: "Josephs Traummantel" war ein Augen- und Ohrenschmaus. Bravo!
Marler Zeitung, 21.10.1991
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