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Godspell: Drogen, Hippies, Buddha, Flowerpower, freie Liebe, Woodstock und das Matthäusevangelium? Seit Haight-Ashbury (San Francisco) paßte all das zusammen. Hier, wie auch in Teilen New Yorks, ließen sich 1965 die ersten Anhänger einer neuen Gegenkultur nieder. Sie hielten sich für hip, also für weise und erfahren, weil ihre Lebensweise in ihren Augen der bürgerlichen überlegen war, und nannten sich dementsprechend Hippies. Sie waren mehrheitlich 20 bis 30 Jahre alt und entstammten der amerikanischen Mittel- und Oberschicht. Sie lehnten diese Wohlstandsgesellschaft jedoch ab, weil dort nur Leistung und Aufstieg zu zählen und Werte ihres Sinnes entleert zu sein schienen. Stattdessen forderten sie bedingungslose Liebe gegenüber jedem, auch gegenüber dem Polizisten, der sie vielleicht vertreiben wollte. Sie waren Hedonisten, feierten viele Feste, berauschten sich mit Drogen und Musik und wollten stets den Moment genießen. Andererseits hatten sie eine Abneigung gegen Funktionalisierung: Das bedeutete dann Barfußlaufen im Winter und dicke Mäntel im Sommer.
Einen der letzten Höhepunkte der Hippie-Kultur bildete das legendäre Woodstock, die Music and Art Fair um den White Lake bei Bethel im August 1969: 72 Stunden ununterbrochen Musik von 32 Bands, 400.000 Zuschauer auf nur 600 Morgen Land, 346 Polizisten, 1.000.000 Amerikaner hatten sich auf den Weg nach Woodstock gemacht, aber für 600.000 war kein Platz mehr da. Die Hippie-Kultur hatte sich zur breiten Jugendkultur entwickelt.
Ensembleszene aus GODSPELL |