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"Der Mann von La Mancha" wurde aus einem Zufall geboren und kam erst nach
mehreren Wandlungen in New York zur Aufführung. Die ursprüngliche Idee kam
mir 1959 in Madrid, als ich in einer Zeitung las, der Zweck meines
Aufenthalts in Spanien sei, Material zu sammeln für eine Dramatisierung des
Don Quixote, humoristisches Material also; denn auch ich, wie die
überwiegende Mehrheit, die den Don Quixote kennt, hatte ihn nie gelesen.
Madrid war offensichtlich der geeignete Ort, das Versäumte nachzuholen, und
somit wühlte ich mich hinein, tauchte dann aus Band Zwei mit der festen
Überzeugung wieder auf, dieses Monument menschlicher Gescheitheit und
Narrheit könnte man nicht - und ebensowenig sollte man es - dramatisieren.
Nicht das Buch selbst hatte mein eigentliches Interesse eingefangen, sondern
sein Autor. Denn, wie man weiß, war das Leben des Miguel de Cervantes ein
Katalog von Katastrophen.
Welche Art von Mann war dieser - Soldat, Dramatiker, Schauspieler,
Steuereinnehmer und mehrmaliger Zuchthäusler - der imstande war, ein
unablässiges Versagen hinzunehmen und dennoch in seinen späten Jahren das
überwältigende Testament, diesen Don Quixote, zu produzieren?
Ihn auf dem Höhepunkt seiner Karriere zu fassen, ihn zu Aussagen über sich
selbst zu bringen, die manches von Bedeutung über das Wesen des Menschen
offenbaren mochten - darin, vielleicht, lag ein Stück, das zu schreiben sich
lohnen würde...
"Tatsachen sind Feinde der Wahrheit", sagt Cervantes - Don Quixote. Und
gerade das ist es, was ich gefühlt und gemeint habe. Falls es irgendein
Leitmotiv für das ganze Unternehmen gegeben hat, dann fand ich es, schon vor
langer Zeit, in einem Ausspruch von Unamuno: "Nur wer das Absurde versucht,
ist fähig, das Unmögliche zu vollbringen." Um es schlicht zu sagen, fern
aller Philosophie: Mit diesem Stück wollte ich auf meine Weise Tribut
entrichten an den unbeugsamen und milden Geist des Miguel de Cervantes.
Dale Wassermann
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